Die tollsten Schriften des Jahres* (Teil 2)

* und andere (persönliche) typografische Ereignisse

Das weitere Frühjahr stand im Zeichen der TypoBerlin, die alles in allem großartig war und die ich zum ersten Mal als Moderator erlebte, u.a. durfte ich z.B. Mitja Miklavcic ansagen, dessen FF Tisa zwar schon letztes Jahr erschienen ist, die ich aber trotzdem sehr gerne mag.

Fontshop Deutschland veröffentlichte zeitgleich eine eigene Schrift von Erik Spiekermann + friends (also keinen FontFont von FSI, sondern einen Fontshop-Font) mit einem interessanten Marketingkonzept: die Axel kostete vier Wochen lang nur 9,90 Euro (danach 79,00).
Sie ist sehr sehr schmal, für die Verwendung in excel-Tabellen ausgelegt und dennoch gut lesbar. Mein bester ehemaliger Student Frank Grießhammer, damals noch bei FSI in der Lehre, hat eine Büro-Soap dazu gedreht.

axel_soap_tabelle

Axel (Bild Fontblog)

Ich weiss nicht warum, aber ich hab’s irgendwie nicht geschafft, sie zu kaufen. Zwar finde ich das Konzept und die Schrift gut, aber ich arbeite fast gar nicht mit spreadsheets und wenn nur mit google docs. Es würde mich aber interessieren, ob Fontshop durch mehr Verkäufe zu einem günstigeren Preis nicht auf den gleichen Schnitt gekommen sind. Sollten Schriften günstiger werden?

Ebenfalls auf der TypoBerlin wurde die neue Website von Fontshop Deutschland vorgestellt – leider kein so großer Wurf in meinen Augen, wirkt immer noch irgendwie Beta. Da könnte sich Fontshop Deutschland ein, zwei Scheiben von der amerikanischen Website abschneiden. Die ist super und erfindet alle paar Monate ein neues nützliches feature wie die fontlists und staff-picks, über die ich schon so manche vergessene Alternative gefunden habe, tolle Schriftmuster, gute Navigation und einen lesenswerten newsletter/blog haben sie auch.

Die Typo veränderte ziemlich viel. Ich knickte ein und meldete mich bei twitter an, was die internationale Kommunikations und Vernetzung irre beschleunigte und die Post-Typo-Insomnia noch verstärkte. Aufgrund von akutem “typographic conference withdrawl” riefen Leidensgenosse Dan Reynolds und ich den type meet-ups calendar ins Leben und wir reisten auf Typostammtische quer durch die Republik. Die Ankündigung setzte Dan aus seiner preisgekrönten Reading-Abschluss-Schrift Malabar. Die möchte ich gerne mal für eine Zeitung verwenden.

type-meet-ups-page-header

Leider sind nicht alle Linotype-Neuerscheinungen so erfreulich, wie die Malabar oder z.B. die ITC Chino von Hannes van Döhren und Livius Dietzel. Dort schießen die »Next«, »New«, »Nova« »Better« und »Really« Schriften schneller aus dem Boden, als man die Pilze essen kann, besonders geärgert habe ich mich dieses Jahr aber über die Aeonis von Erik Faulhaber. Ich kann diese Dax-Verschnitte einfach nicht. mehr. sehen!

aeonis

Vor wenigen Tagen wurde die Helvetica Arabic von Linotype veröffentlicht. Mich erinnert sie in der Anmutung mit ihren runden Punkten, winkligen Strichenden und weichen Kurven eher an Frutiger. Aber ich verstehe nicht viel von arabischer Typografie (nur von Helvetica).

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